Mittwoch, 3. Juni 2009

Fiese Star-Treter


Ihr tretet die Pediküre mit Füssen!

Die Stars dieser Erde sehen oft perfekt aus. Mit viel Mühe zähmen sie ihre Haare und bemalen sich das Gesicht, den Leib hüllen sie in teure Kleider. Am Ende vergessen die Eitlen manchmal etwas: die teilweise üblen Füsse zu verstecken. Wenigstens wissen wir jetzt, wer auf elf statt auf zehn Zehen geht!

Donnerstag, 28. Mai 2009

Beim Höhentraining mit der High-Heels-Trainerin

Am Höhenflug auf 14 Zentimetern sind selbst Germany's Next Topmodels schon gescheitert. Stolpern, umknicken, steckenbleiben, hinfallen.

Elf Zentimeter hohe Pumps - eigentlich nicht zum Laufen gemacht.

© dpa

Auf High Heels kriegen viele Frauen schnell die Absatz-Krise. Dabei machen Stilikonen wie Victoria Beckham, Sarah Jessica Parker und Heidi Klum vor, dass es auch anders geht. "High Heels machen einfach schön, weiblich und sexy", meint die Berliner Tanzlehrerin Ksenia Kotina. Nach den Modemetropolen New York und London gibt es deshalb jetzt auch in Berlin "Walk on heelz" - einen Stöckelschuh-Kurs. Denn "Jeder kann das Laufen auf hohen Absätzen lernen", sagt die gebürtige Moskauerin Kotina.

Ein roter Teppich wird ausgerollt im Kellerraum der Tanzschule Vivace in der Nähe des Berliner Ku'damms. Auf dunkelroten, 14 Zentimeter hohen Lack-Stilettos macht die 25-Jährige mit Ballettausbildung vor, was ihre Schülerinnen in zwei Tagen lernen sollen: Langsame, elegante Schritte in wackeliger Höhe. "Laufen auf High Heels ist kein Hexenwerk" beruhigt die Balletttänzerin. "Viele Frauen gehen einfach viel zu verkrampft ran - und dann wackeln sie oder stapfen. Dabei kommt es eigentlich nur auf starke Füße an".

So beginnt das Höhentraining dann auch wie eine Einheit im Fitnessstudio mit Aufwärmen und Dehnen. Im Sitzen proben die Teilnehmerinnen die "High-Heels-Position": Das Fußgelenk gestreckt, die Zehen angewinkelt. "Viele Mädchen die herkommen, hatten noch nie Stöckelschuhe an", sagt Kotina. Im Kurs merken sie schnell, dass zum sicheren Gang auf hohen Absätzen nicht nur trainierte Waden, sondern auch gute Bauch-, Oberschenkel- und Rückenmuskulatur gefragt sind. Die Angst vor dem Muskelkater wächst.
Doch für den modischen Höhenflug auf zehn bis 14 Zentimetern nehmen die Berlinerinnen einiges in Kauf. Da stört auch nicht, dass drei Stöckel-Stunden 99 Euro kosten.

"In Berlin lebt genau das richtige Publikum für meinen Kurs", ist Kotina überzeugt. Die Berliner seien modisch immer auf dem neusten Stand. Und wer im Trend liegen will, muss eben hoch hinaus - nicht nur beim großen Stiletto- Rennen im Juli am Ku'damm.

Für ein Rennen auf High Heels ist Katrin Heckert noch nicht bereit. Mit unsicheren Schritten dreht die Berlinerin ihre erste Runde auf dem roten Teppich. Die Schuhe mit dem Zehn-Zentimeter- Absatz hat sie gestern erst gekauft, den Kurs belegt sie "vor allem, um meine Körperhaltung zu verbessern". 90 Minuten dauert das Training, zuerst barfuß, dann mit Schuhen, später im Slalom und mit dem Buch auf dem Kopf. Aus zögernden Schritten wird ein fester, selbstbewusster Gang. "Ich habe noch keinen hoffnungslosen Fall erlebt", sagt Kotina. Laufen könne schließlich jeder Mensch. Nur Geschäftsfrauen täten sich manchmal schwer: "Die wollen ihre Weiblichkeit nicht zeigen."

Die meisten der Stöckelschuh-Schülerinnen sind um die 30 Jahre alt, die jüngsten gerade 16, die ältesten über 50. Sie proben für Abi-Ball, Hochzeit und Vorstellungsgespräch. Oder, wie Tomke Eger, für ihren Mann: "Der hat immer gesagt, ich soll nicht laufen, wie ein Mann." Damit sei es jetzt vorbei.

Angst vor schmerzenden Füßen haben die Stöckel-Schülerinnen nicht, obwohl Ärzte schon seit langem vor dem Laufen auf High Heels warnen. "Denen widerspreche ich nicht", räumt Kotina ein. Aber sie ist sicher: "Wer eine starke Muskulatur hat, schadet sich nicht." Die Balletttänzerin spricht aus Erfahrung: In ihrem Schuhschrank steht neben den High Heels nur ein einziges Paar Sneakers: "Zum Autofahren."

Mittwoch, 27. Mai 2009

Abnehmen mit Schuhen





27.05.09

Abnehmen mit Schuhen

Was taugen die «Wundertreter»?

von Franziska Voegeli und Madeleine Sigrist

Diese merkwürdig aussehenden Schuhe sollen der Läuferin eine bessere Körperhaltung, weniger Cellulite und stärkere Bauchmuskulatur verleihen. Obs nützt?
20 Minuten Online hat die Treter getestet. Mehr Infos gibts unter Bodyformingshoes.com

Die ersten paar Schritte mit den formenden Sandalen waren nicht gerade einfach, nach kurzer Zeit hat man den Dreh aber raus. Ich habe die Body Forming Shoes etwa drei Wochen getragen. Das Ergebnis nach den ersten Tagen: Muskelkater an den Oberschenkeln. Insgesamt habe ich das Gefühl, meine Beine sind durch das Tragen fester geworden. Ergebnisse am Bauch habe ich bisher noch nicht festgestellt, werde die Schuhe aber weiterhin tragen - irgendwie machen sie süchtig.

Den grössten Spass in den vergangenen Wochen hatten allerdings meine Kollegen im Büro – die rosa ausgebeulten Treter sind nicht ganz unauffällig.

Von Madeleine Sigrist

« ... das Herumlaufen macht fast ein bisschen Spass»

Der Wunderschuh verspricht viel: Einen schön geformten Körper, weniger Cellulite und allgemeines Wohlbefinden ... Doch beim Anblick der Fitnessschuhe dachte ich nur noch: Crocks trifft MBT - geht es noch schlimmer? Ja: Die Sandalen sind auch noch leuchtgrün! Unauffälliges Tragen im Büro ist also unmöglich. Und das nicht nur der penetranten Warnfarbe wegen, sondern auch, weil man mit diesen Schuhen nicht einfach läuft, sondern eher wippt. Was eigentlich ganz lustig ist, sieht einfach ein bisschen dumm aus.

Wenn man über diese Äusserlichkeiten hinwegsehen kann, sind die Bodyformer angenehm zu tragen und das Herumlaufen macht fast ein bisschen Spass. Wie Stelzenlaufen. Oder über Hindernisse springen. Ein bisschen Spielen halt. Doch nach nicht mal einer Woche konnte ich nicht mehr darüber hinwegsehen. Leider. Denn wenn Madeleine über Muskelkater klagt, ist vielleicht wirklich etwas Wahres dran an «straffer Körper», «weniger Cellulite» und «mehr Wohlbefinden». Vielleicht nehme ich sie ja nach Hause und tripple im Versteckten herum.

Von Franziska Voegeli

Donnerstag, 6. November 2008




Ötzi trug Trekkingschuh - Sissis Schuhe drückten

VON Wolfgang Dahlmann, 06.11.08, 16:30h

Ob Siebenmeilenstiefel oder Bischofsschuh: Die Wanderausstellung «Schuhtick» zeigt alles rund um die Geschichte der Fußbekleidung. (Bild: dpa) (FOTO: DPA)

Herne/dpa. Ötzi kam bei seiner Alpenüberquerung ohne sie nicht aus, für römische Legionäre waren sie Pflicht und Kaiserin Sissi wollte lieber Alte als Neue: Es geht um Schuhe, um 400 Paar aus aller Welt und allen Epochen.

Das Archäologiemuseum in Herne zeigt zum Start der Wanderausstellung «schuhtick - von kalten und heißen Sohlen» (6. Dezember bis 5 Juli 2009) alles rund um die Geschichte der Fußbekleidung.

Sissi hasste ihre Schuhe, weil sie drückten. Als Kaiserin musste sie aber jeden Tag ein nagelneues Paar anziehen. «Alles drängen half nicht», meint Andrea Müller. Am Hofe galten Zwänge. Außerdem freuten sich schon die nachrangigen Damen auf die zügig ausrangierten Treter.

Die Österreicherin hätte wohl lieber die gewickelten Bergschuhe des längst verstorbenen Steinzeitmenschen Ötzi getragen. «Innen Hirschleder, in der Mitte Stroh und außen Bärenfell, das konnte man schon als Wanderschuh ansehen», sagt Ausstellungs-Projektleiterin Andrea Müller.

Rund 3000 Jahre nach Ötzi war die Erfindung des Ur-Trekkingschuhs wohl wieder verblasst. Ein römischer Legionär ließ sich von seiner Mutter Socken nach Britannien schicken, weil er in seinen Militärsandalen fror. Festgehalten ist sein Wunsch in einer Botschaft, einer Wachstafel, die er an seine Mutter geschickt hatte.

Hatten die Römer wenig Mitleid mit kalten Legionärsfüßen, so hatte sie dafür schon einen Sinn für Links und Rechts bei der Schuhbekleidung. Aber auch dieser Fortschritt verblasste im Laufe der Jahrhunderte. Im Mittelalter verschwanden unterschiedlich geformte Schuhe wieder von der Bildfläche. Dafür stolzierte der französische Adel auf hohen Hacken daher. Je höher der Schuh, desto wichtiger sein Träger. Das gemeine Volk lief dagegen in flachen Tretern, allein schon um darin arbeiten zu können. Den hohen Hacken der hohen Herrschaften bereitete die französische Revolution ein jähes Ende: «Mit der Guillotine fiel auch der Absatz», sagt Museumschef Josef Mühlenbrock.

Ob Marie Antoinette in den Vorgängern heutiger High Heels zum Schafott stöckelte, ist ungewiss. Sie dürfte ihre Statussymbole in der Haft verloren haben, glauben die Experten. Ein Paar Schuhe, das angeblich von der «schillernden» Gattin Ludwig des XVI. stammen sollte, entpuppte sich bereits im Vorfeld der Ausstellung als falsch zugeordnet. Eine wissenschaftliche Analyse datiert die Schuhe auf das Jahr 1830, ein paar Jahrzehnte nachdem die Königin den Kopf verlor. Ohnehin waren es flache Hausschuhe, so etwas wie Espandrilles.

Die einfachen Pantinen sind wie auch die Hochhacker immer wieder modern geworden. Flip-Flops waren über Jahrtausende gefragt. Die ältesten Sandalen der Ausstellungen stammen vom Bodensee. Auf das Jahrhundert 2900 bis 2800 vor Christus haben die Forscher ein Paar Bastsandalen aus einer Pfahlbausiedlung der Sipplinge datiert. Sie sind die ältesten Originalexponate der Ausstellung. Ansonsten zeugen Höhlenzeichnungen von noch älteren Fußschützern.

Besucher haben das sinnige Vergnügen, nach der Schlappen-Schau von Bischöfen, Sportlern, Madonna und Marylin Monroe oder dem gestiefelten Kater, Schuhe der Vergangenheit auf dem Laufsteg selbst auszuprobieren. Allerdings sind die Herren-Pumps, Trippen (Überschuhe) oder Legionärssandalen Nachbauten der Originale.

Bis zum Start am Nikolaustag (6.12.) können Menschen mit besonderen Schuhgeschichten und besonderen Schuhen beim «schuhtick» selbst mitmischen. Tolle Geschichten können online unter «chuhtick-ausstellung.de» eingestellt werden. Vielleicht findet auch ein besonderer Schuh einen Platz in den begehbaren Schuhkartons der Ausstellung.

Nach dem Start in Herne zieht die Ausstellung ins Bremer Überseemuseum (18. September 2009 bis 28. März 2010), mit dem die Herner in Sachen Schuh-Tick kooperieren. Die weiteren Stationen sind Mannheim, Bonn und voraussichtlich Bozen, Halle (Sachsen-Anhalt) und Ratingen.

Schuhgeschichten: www.lwl-landesmuseum-herne.de/Schuhtick